Modellorganismus

Tetrahymena thermophila

Das Arbeitspferd der Biowissenschaften

Cilian verwendet für die Herstellung von therapeutischen Proteinen Ciliaten der Gattung Tetrahymena, die ihren natürlichen Lebensraum in Binnengewässern haben. Dank ihrer besonderen Eigenschaften werden diese nicht pathogenen Mikroorganismen schon seit über 50 Jahren in der biowissenschaftlichen Grundlagenforschung eingesetzt. Gut zu erkennen ist der Verwandte des Pantoffeltierchens an seinen härchenartigen Cilien, mit denen die Oberfläche des ca. 50 µm großen Mikroorganismus gleichmäßig besetzt ist.

Zu seiner internationalen Bekanntheit gelangte Tetrahymena spätestens mit der Erlangung des Nobelpreises. Gleich zweimal, nämlich 1989 (Chemie) und dann wieder 2009 (Medizin), wurden amerikanische Wissenschaftler für ihre grundlegenden Erkenntnisse über bestimmte Funktionen bei der Zellvermehrung bzw. der Proteinsynthese geehrt. Es ist naheliegend, dass beide Forscher Tetrahymena für ihre Arbeiten verwendet haben: Gilt der in Biowissenschaftskreisen als eine Art „Arbeitspferd“ angesehene Eukaryot doch als besonders einfach zu handhaben.

Die hervorragende Eignung für wissenschaftliche Untersuchungen führte auch dazu, dass das Genom von Tetrahymena schon 2006 vollständig sequenziert wurde – im Übrigen auf Anordnung der amerikanischen Gesundheitsbehörde NIH, die das Potenzial von Ciliaten für die Forschung früh erkannt hatte.